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Interkulturelle Woche in Darmstadt

Die diesjährige Interkulturelle Woche in Darmstadt hat die empörende und menschenrechtsverachtende Situation von Menschen, denen das Bleiberecht verwehrt wird und die Abschiebung droht, ins Zentrum ihrer Veranstaltungsreihe gestellt. Eine Ausstellung informiert über die Abschiebehaft. In begleitenden Veranstaltungen sollen Fragestellungen vertieft und der politische Gegendruck erörtert werden.

Programm Flyer zum Herunterladen
aktuele infos: iwo-darmstadt.de

Abschiebung findet am Rande der Gesellschaft statt,
ohne dass dies von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Wem ein längerfristiger Aufenthalt verwehrt wird – und das ist in Deutschland bei vielen Asylsuchenden der Fall – ist oft jahrelang von Abschiebung bedroht. Denn hat der Asylsuchende ein so genanntes sicheres Drittland auf seiner Flucht nach Deutschland durchquert, so werden seine Suche und sein Anspruch nach Schutz und Sicherheit vor Verfolgung, Folter und Gewalt in seinem Heimatland nicht mehr gewürdigt. Die Schutzsuchenden erhalten kein Bleiberecht, sie können aber gleichwohl nicht in ihr Heimatland abgeschoben werden, weil sie im Herkunftsland weiterhin von Gewalt und Verfolgung bedroht sind. Manche werden in Nacht- und Nebelaktionen von der Polizei aus dem Schlaf gerissen und zur Abschiebung abgeholt. Es bleibt kaum Zeit, die eigenen Habe einzupacken. Nur wenigen gelingt es, noch kurz vor dem Abflug die Abschiebung zu verhindern. Viele Geduldete werden heute in Abschiebehaft genommen. Menschenrechte gelten dort nur eingeschränkt. Betreuer, Rechtsanwälte oder Seelsorger und auch wissenschaftliche Untersuchungen weisen in ihren Berichten auf zahlreiche, höchst problematische Praktiken und Regelungen bei der Abschiebehaft hin. Immer noch ist es z. B. möglich, dass Minderjährige, Kranke, Traumatisierte, Schwangere und Alleinerziehende in Abschiebehaft genommen werden. Die Bleiberechtsdiskussion in den letzten Monaten und Jahren hat deutlich gezeigt, dass von den knapp 200.000, seit Jahren geduldeten, Einzelpersonen und Familien mit Kindern sich die meisten eingelebt haben, in ihrer Arbeit sehr geschätzt und ihre Kinder in der Schule oft sehr erfolgreich sind. Die Bleiberechtsregelung von November 2006 wird dennoch nur wenigen zugute kommen. So eng gefasst sind die Bedingungen. Die Kettenduldungen, die keine Zukunftsperspektive bieten, werden fortdauern.





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